Leistenbruch

 
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Einer unserer Kompetenzschwerpunkte ist die differenzierte Diagnostik sowie ambulante und stationäre Behandlung von Leistenbrüchen.

In Deutschland werden etwa jährlich 220 000 Leistenbruchoperationen durchgeführt.

Auf Grund der besonderen Anatomie der Leistenregion sind zu 90 Prozent Männer betroffen. 15% aller Leistenbrüche treten beidseitig auf.

 

Offene oder endoskopische Operation? 

Wir bieten alle gängigen Operationsarten bei Leistenbrüchen vom Säugling bis zum alten und kranken Patienten an.

Bei eingeklemmtem Leistenbruch ist eine Notfalloperation erforderlich.

Bei der offenen Operation wird beim Erwachsenen meist ein Kunststoffnetz über einen Schnitt in der Leiste eingesetzt. Vorteil dieser Technik ist das geringste Komplikationsrisiko und der langfristig sicherste Verschluss des Leistenbruches.

Endoskopische Leistenbruchoperationen werden transabdominell durch die Bauchhöhle oder extraperitoneal in der Bauchwand durchgeführt. Der Zugang erfolgt unterhalb des Bauchnabels. Der Vorteil der endoskopischen Operation ist die beidseitige Hernie, da auch hier nur eine 10mm und zwei 5mm Schnitte notwendig sind. Auch bei einem Rezidiv, also Wiederauftreten des Bruches, nach offener Operation ist die endoskopische Technik vorteilhaft, da man dann in einem „unberührten“ Gebiet operiert. 

 

Verwendung von Kunststoffnetzen

Implantiertes Fremdmaterial kann zu einer geringgradigen chorischen Entzündung führen. Daher ist es sinnvoll, das Netz in Größe und Form individuell anzupassen. In der Leistenbruchchirurgie beim Erwachsenen werden nicht resorbierbare, also dauerhaft verbleibende, Netze und Fäden verwendet. 

Wir verwenden heute hochwertige Netze, die zwischen 16 und 35 Gramm pro Quadratmeter liegen und teilweise eine Titanbeschichtung besitzen. Die verwendeten Netze sind also extrem leicht und durchaus mit dem Gewicht eines Fadens vergleichbar. Die mit dem Körper in Kontakt stehende Oberfläche ist bei der Verwendung des Netzes jedoch größer.

Der wesentliche Vorteil bei der Verwendung von Kunststoffnetzen ist der spannungsfreie Verschluss der Bruchpforte. Das Netz überbrückt die Lücke. Daher hat der Patient in der Regel geringere Schmerzen als bei den ausschließlichen Nahtverfahren. Bei größeren Brüchen ist die Verwendung von Kunststoffnetzen geboten, um die Wahrscheinlichkeit des erneuten Auftretens des Bruches auf unter 1% zu reduzieren.

 

Welches Verfahren für welche Patienten ?

offene Operation ohne Netz: Jugendliche und Kinder sowie bei Erwachsenen mit kleinen Leistenbrüchen.

offene Operation mit Netz: Größere Leistenrüche werden in der Technik nach Lichtenstein versorgt. Eine Kombination mit einem Kunststoffschirmchen (oder Plug) am inneren Leistenring kann sinnvoll sein. Der Vorteil der offenen Operation ist, dass sie auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann.

endoskopische Operation: wir bevorzugen die Technik mit Präparation innerhalb der Bauchdecke, die so genannte extraperitoneale Technik (TEP). Die Vorteile dieses schmerzarmen Verfahrens sind hierbei die kleinen Schnitte und die frühere Belastbarkeit auch bei beidseitiger Operation. Gerade Patienten mit einem beidseitigen Leistenbruch profitieren von dieser Technik.

Der Leistenschmerz

  Schmerzen in der Leiste sind nicht immer durch einen Leistenbruch bedingt. Zur Untersuchung der genauen Beschwerdeursache können verschiedene Maßnahmen sinnvoll sein.

        Ultraschall

Bei einer Ultraschalluntersuchung können Leistenbrüche und auch Blutgefäßveränderungen oder vergrößerte Lymphknoten erkannt werden. Auch die Größe eines möglichen Leistenbruches kann so sicher zur Operationsplanung bestimmt werden.

Röntgendiagnostik

Manchmal können Erkrankungen des Bewegungsapparates, insbesondere der Hüfte auch Leistenschmerzen verursachen. Hier kann eine Röntgenuntersuchung der Hüfte oder eine orthopädische Vorstellung sinnvoll sein. Einen Leistenbruch kann man im Röntgenbild nicht sehen.

 Nervenreizsyndrom im Leistenkanal

Im Leistenkanal verlaufen mehrere Nerven, die auch für die Beschwerdesymptomatik verantwortlich sein können. Hierzu ist es möglich, ein Betäubungsmittel, gegebenenfalls in Verbindung mit einem Kortisonhaltigen Medikament in der Nähe des Beckenkammes der betroffenen Seite einzuspritzen. Dies führt zu einer Ausschaltung der örtlichen Nerven für etwa   4-6 Stunden. Diese Maßnahme führt zu einem oberflächlichen Taubheitsgefühl, das gelegentlich auch in den Oberschenkel ausstrahlt. Wenn Sie blutverdünnende Medikamente nehmen, besteht auch das Risiko von Einblutungen. Auch auf bekannte Medikamentenallergien sollten Sie uns hinweisen. In sehr seltenen Fällen kann es zu kurzzeitigen Muskellähmungen im Bein kommen. Wenn Sie weitere Fragen haben, stellen Sie diese bitte beim Arztgespräch und weisen Sie uns auf alle Vorerkrankungen hin.

Sehnenerkrankungen

Der Ansatz der so genannten Adduktorenmuskeln am Schambein ist gelegentlich auch die Ursache für einen Schmerz in der Leistenregion. Das Krankheitsbild wird "Insertionstendinopathie" genannt und tritt vorwiegend bei Sportlern, insbesondere Fußballern auf. Auch hier ist als erste Maßnahme neben der Physiotherapie das therapeutische Einspritzen von kortisonhaltigen Medikamenten sinnvoll. Bei ausbleibendem Therapieerfolg kann auch eine Operation hilfreich sein.

 

endoskopische Leistenbruchoperation - bei dieser Operation ist ein 10 mm Schnitt am Nabel und zwei 5 mm Schnitte im Unterbauch - auch bei beidseitiger OP erforderlich

schematische Darstellung der offenen OP mit Naht


Endoskopisches Einbringen des Netzes

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